Kurzfassung der Geschicht der Sebastiansgesellschaft Altishofen-Nebikon 

 

Recherchiert und verfasst von Joe Wittlin, Nebikon

Die Luzerner Sebastians-Bruderschaft entstand in den Jahren 1480 -1484 bei den Franziskanern. In der Franziskaner Kirche entstand der neu errichtete Sebastians-Altar. Im Jahre 1518 schlossen sich Sebastians-Bruderschaften mit den Schützen­gesellschaften zusammen. Beide  Korporationen besassen ihre eigenen Pfleger. Derjenige der Bruderschaft musste ein Büchsenschütze sein. Die Altishofer Sebastians-Bruderschaft eine der drei Sebastians-Bruderschaften,  zog während der Revolution (1524) nach St. Oswald, Kanton Zug.  Es ist davon auszugehen, dass die Bruderschaft im Jahre 1642 nach Altishofen übersiedelte. 1642 wurde geschichtlich zum ersten Mal ein „Schibenstand“  im Schibenrain zu Altishofen erwähnt. Es lässt sich nicht genau feststellen  von wem und wie der Scheibenstand genutzt wurde. Armbrust- und Büchsenschützen waren vermutlich die Nutzer. 1684 wurde offenbar eine Korporation zwischen der Sebastians-Bruderschaft und den ansässigen Schützen beschlossen, mit dem Namen Sebastiansgesellschaft. So lässt sich der im Urdokument geschriebene Text, bis zurück ins Jahr 1684 erklären.

Die St. Sebastians Bruderschaft führte ab 1776 keine eigenen Rechnungen mehr. Gemäss einem älteren Rechnungs- und Stiftsbüchlein, aus welchem in legalisierter Abschrift zu entnehmen war, bestand schon im Jahre 1786 in der Pfarrei Altishofen eine militärische Gesellschaft unter dem Schutz des heiligen Sebastians, die als bald sich Sebastians-Gesellschaft und dann Schützengesellschaft nannte. Mitglieder waren de facto Offiziere und Soldaten des Bataillons Altishofen. Die Sebastians Bruderschaft in Altishofen löste sich ca. Anfang des 18. Jahrhunderts auf und die Auflösung des Sebastians-Fonds führte 1850 zu einem heftigen Streit. Es ist vermutlich davon auszugehen, dass die hölzerne Sebastian-Statue, geschaffen 1782, der damaligen Schützengesellschaft geschenkt wurde. Die vielen Attituden sind Wappenzeichen der damaligen Luzerner Patrizier-Familien, welche die  Dienste  der Sebastians-Bruderschaft  nutzten.

Mögliche Unterstützung erhielt  die Bruderschaft auch vom Familie Pfyffer von Altishofen, waren doch von 1652 – 1847, neun von zehn Kommandanten in der Schweizer Garde zu Rom,  aus der Familie. Eine Medaille von Papst Clemens XI (1700 - 1720 an der Sebastians Statue zeugt möglicherweise von dieser  Beziehung. Die Medaille könnte ein Geschenk von  Johann Konrad oder Franz Ludwig Pfyffer von Altishofen sein, waren sie doch zu dieser Zeit die Kommandanten der Schweizer Garde unter Papst Clemens dem XI. Casimir  Pfyffer, von Altishofen, geboren am 10. Oktober 1794 in Rom, gestorben 11. November 1875 in Luzern, Sohn des Franz Ludwig, Hauptmanns der päpstl. Garde, und der Aloisia Reding. Er gehörte zu den Begründern des liberalen Vereinswesens (u.a. Schützenvereine, Vaterländ. Gesellschaft, Kulturverein und Lesegesellschaft). Er verfasste auch ein Schreiben über Sinn und Zweck von Schützenvereinen. Casimir Pfyffer war von 1832 - 1835 Stadtpräsident von Luzern und von 1836 - 1840, 1845 - 1854 sowie 1857 - 1873 als Gr. Stadtrat tätig.

Am 5. Februar 1888 fand im Löwen zu Altishofen eine ausserordentlich Generalversammlung  der Schützengesellschaft statt, an der beschlossen wurde, dass die Schützengesellschaft, die im Jahre 1830 auf der Basis der alten Sebastiansgesellschaft aufgebaut wurde, wieder in den alten Namen von Institutionen umgeändert wird und der nunmehrige Verein wieder Sebastiansgesellschaft (wie vor 1830 und bis zurück ins Jahr 1684) heissen soll. Nach verschiedenen ausserordentlichen Generalversammlungen fand dann am 23. September 1888 die erste Generalversammlung der Sebastiansgesellschaft unter dem ersten Präsidenten Dr. Josef Erni statt. Dr. Josef Erni war zugleich auch der erste Arzt in Nebikon. Das entsprechende Original-Dokument befindet sich im Kirchenkopf der Kirche Altishofen. Aus allen Recherchen und dem suchen nach Dokumenten konnte kein genaues Datum zur Gründung und erstmaligen konstituierenden Sitzung der Sebastiansgesellschaft eruiert werden. Fakt ist jedoch das die Sebastiansgesellschaft seit dem 23. September 1888  bis heute  unverändert bestand hat.

Quellen: Hans Marti, Nebikon; Teddy Distel, Luzern; Roger Seuret, Altishofen